Eine Entdeckung in Yokohama

Ständige Veränderung, Anpassungen, Aufgabe einer japanischen Idylle
– eine Entdeckung in Yokohama
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Der Tokozenji, einer der ältesten Zen Tempel Japans

Yokohama ist mit 3.7 Millionen Einwohnern (Stadt Tokyo 10 Mio., Berlin 3.7 Mio.) die zweitgrößte Stadt Japans. Seit mehr als 150 Jahren prägen auch Ausländer das Gesicht der riesigen Hafenstadt. mehr…

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Corona-Quarantäne in Yokohama

Wir sind wieder in Japan, wo sich die Corona Infektionszahlen per Mitte Oktober 2020 im Vergleich zu Deutschland noch moderat darstellen mehr…

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Umgang mit leicht COVID-19 Infizierten

APA Hotel

Erst vor wenigen Monaten wurde das APA Business Hotel mit 2.311 Zimmern in Yokohama Minato-Mirai eröffnet. Der kurze Weg zum Pacifico Messe und Kongress Zentrum ist ideal für Aussteller, Besucher und Teilnehmer. Wir haben uns das Hotel angesehen als es in Betrieb gegangen ist, modernes Interieur, wuselnde Menschenmenge.

Jetzt ist das gesamte Hotel Menschen zur Verfügung gestellt worden, die nach einem PCR Test positiv auf COVID-19 getestet wurden, nur leichte Symptome aufweisen und keinen Krankenhausaufenthalt benötigen. Dort können sie sich während ihrer 14tägigen Quarantäne aufhalten.  Verpflegung wird vor die Türe gestellt. Bezahlt wird der Aufenthalt von der Präfektur Kanagawa¸9,2 Mio. Bewohner, Hauptstadt Yokohama.

Zurzeit werden weitere Hotels in der Präfektur Kanagawa mit weiteren etwa 1.000 Betten vorbereitet.

Durch Schließung vieler Firmen, Restaurants, Kaufhäusern und Shopping Malls sowie aller Amüsement Einrichtungen steigt die Zahl der Arbeitslosen. Die Präfektur Kanagawa bietet diesen Leuten einen Job in der Präfektur an. Nach Vorstellungsgesprächen konnten so bisher 126 Mitarbeiter eingestellt werden.

Im OK Supermarkt

Über Nacht wurden vor den 20 Kassen Leitwege auf den Boden aufgeklebt. Sie lenken sehr effektiv die Schlangen vor den Kassen und fordern zur Einhaltung des Sicherheitsabstands auf. Damit verlängern sich zwar die Warteschlangen bis in die Warenregale hinein, es kommt aber eine gefühlte Sicherheit auf. Masken tragen zwischenzeitlich fast alle.

Am Eingang steht ein Alkoholspender und Papier bereit, damit können die Griffe an den Einkaufswagen und an den Körben besprüht und getrocknet werden. Und dennoch, Äpfel liegen offen in Regalen. Wir beobachten einen Mann, wie er einen Apfel nach dem anderen anfasst und begutachtet, an einem riecht er sogar durch seinen Mundschutz. An dem Tag haben wir Abstand genommen Äpfel zu kaufen. Übrigens: wir haben selbst auch schon Äpfel prüfend in die Hand genommen. Das werden wir ab sofort bleiben lassen.

Bäckerei Pompadour

Eine Kette von Bäckereien mit Hauptladen in Yokohama Motomachi. Hierhin gehen wir sehr gerne zum frühstücken, sind da schon bekannt und die Bedienung weiß genau, was wir seit Jahren dort bestellen.  Der Laden selbst ist nicht besonders groß, Brot, Kuchen, Croissants und andere Leckereien werden offen auf Tischen liegend angeboten. Der Kunde greift mit einer Zange das was er haben möchte, gibt es auf ein Tablett und geht zur Kasse. Dort wird es mit derselben Zange noch einmal in Windeseile verpackt und kassiert. Tablett und Zange werden danach desinfiziert bevor sie wieder am Eingang für die nächsten Kunden bereitgestellt werden.

In Deutschland ist es sehr wahrscheinlich verboten Backwaren so offen auszustellen und auch der Selbstservice in der beschriebenen Art wird nicht erlaubt sein.
Jetzt hat sich die Darstellung verändert. Jedes Brot, jedes Croissant, jedes Stück Kuchen, alles ist einzeln hygienisch in Plastik verpackt. Andere Zeiten sind angebrochen.      

Heute, Sonntag, schönstes Wetter, Sonnenschein, 22°C.

Natürlich gehen die Leute raus. Doch warum müssen sie sich dann wie immer, dichtgedrängt vor einem Pfannkuchen Restaurant in einer Schlange anstellen?
So richtig ist der „State of Emergency“ Aufruf der japanischen und der Kanagawa Regierungen noch nicht bei allen angekommen.

Not oder eine Pandemie machen erfinderisch, sie öffnen die Augen für das, was wir bisher als normal und bequem genossen haben. Jetzt öffnen sie Türen für neues Denken, sie stärken unser Bewusstsein dafür, dass Veränderungen etwas Normales sind und wir die Chancen für das „New Normal“ nutzen sollen.

Bleibt zu Hause und damit bleibt gesund.

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Wie wir in COVID-19 Zeiten in Yokohama mit Shoganai leben…

Draußen in Yokohama scheint die Sonne. Es sind 20C. Überall ganze Alleen voller Kirschblüten. Im Park am Yokohama Bay spielen Kinder, ihre spitzen Schreie, deuten auf einen normalen, sonnigen Frühlingstag in Minato-Mirai hin. mehr…

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“Die Kirschblüten kommen in nächsten Frühling wieder!“

“Die Kirschblüten kommen in nächsten Frühling wieder!“

So sagte es Frau Koike, die Tokyo Gouverneurin im TV als sie die Bürger von Tokyo bittet „STAY HOME“ in dieser Kirschblüten Zeit. Noch nie haben wir auf unsere Shoganai News so viele Rückmeldungen bekommen wie auf unsere beiden News aus Yokohama in diesem März. mehr…

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COVID-19

ein kleiner Rundumblick über das Corona Geschehen in unserer Umgebung in Yokohama.

Per Sonntag den 15. März 2020 soll es in Japan insgesamt ca. 1.500 COVID-19 Fälle geben, allein ca. 700 davon auf dem Kreuzfahrtschiff „Princess Diamond“. Das Schiff liegt in Sichtweite von uns, etwas abgelegen, direkt hinter der Yokohama Bay Bridge. mehr…

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Kaze no Denwa

Das Wind-Telefon ohne Anschluss, oder wie der Wind nach dem 11. März 2011 Stimmungen, Gedanken und Gefühle von über 10.000 Menschen übertragen hat.

Hoch über der kleinen Stadt Otsuchi in der Iwate Präfektur, auf dem privaten Grundstück des Freizeitfarmers Itaru Sasaki, steht eine einsame weiße Telefonzelle, etwa in der Größe einer englischen Telefonzelle.
Von dieser Stelle aus kann ein Besucher weit auf das Meer hinaussehen.
Eingerichtet wurde diese Telefonbox im Jahr 2010 von dem Besitzer der Farm. Er und seine Familienangehörigen wollten in dieser Telefonzelle mit ihrem verstorbenen Cousin Kontakt aufnehmen. Dazu hatte er ein schwarzes Telefon mit einer Wählscheibe installiert, allerdings ohne einen Außenanschluss. Seine Mitteilungen und Gedanken sollten durch den hier stetig wehenden Wind an seinen Cousin übermittelt werden.

Am Fuß dieser Anhöhe haben am 11. März 2011 die Wassermassen, ausgelöst vom
Erdbeben der Stärke 9.0 mit dem anschließenden Tsunami,  dramatische Verwüstungen in der kleinen Stadt Otsuchi angerichtet, die neben dem materiellen Wert 820 Menschenleben gefordert haben. Noch heute werden 420 Menschen vermisst. Kein Lebenszeichen, keine Verabschiedung einfach aus der Welt geschieden. Hinterlassen wurden trauernde Familienmitglieder, die den Kontakt zu den verstorbenen und Vermissten suchen, so wie ein Jahr zuvor Sasaki-san zu seinem Cousin.

Die weiße Telefonzelle wurde nach dem Tsunami von Sasaki-san für die Bürger zur Verfügung gestellt, die hier mit ihren verlorenen Familienangehörigen sprechen, d.h. ihre selbst nach fünf Jahren immer noch gekapselte Trauer durch Telefongespräche mit ihren Liebsten überwinden möchten.

Das japanische Fernsehen hat über die Gespräche in der Telefonzelle den Film „Kase no Denwa“ gezeigt. Aus geziemter Entfernung, allerdings mit Mikrofon, wurden trauernde Menschen gezeigt, die ihren Ehepartner, Eltern oder Großeltern, ihre Kinder oder Enkelkinder, Geschwister, Freunde und Schulkameraden im Tsunami des 11. März 2011 verloren haben und deren Körper bis heute nicht wiedergefunden werden konnten.

So näherte sich der Telefonbox im Film eine ältere Dame, öffnete zögernd die Türe, hob den Telefonhörer auf, wählte eine Nummer. Zunächst schwieg sie. Ganz von ihrer Trauer eingefangen begann sie dann ihren vermissten Mann zu fragen, wo er den sei, warum er sich nicht melden würde. Sie berichtete ihm, dass die Kinder wohlauf seien und sie ihn alle sehr vermissten. Der Rest des Gesprächs ging dann in Tränen und Schluchzen unter. Vorsichtig, als ob sie das Gespräch nicht abreißen lassen wollte legte sie den Hörer wieder auf, öffnete die Türe und verschloss sie ganz behutsam mit dem Riegel von außen. Anschließend stelle sie sich den TV Reportern zu einem kurzen Interview. Die Tränen waren in der Zwischenzeit schon versiegt, die Dame berichtete wie sie ihren Mann und den Vater ihrer Kinder verloren hätte und immer noch seinen Rat benötige.

Ein Mann mittleren Alters wurde gezeigt, der seine Frau verloren hatte und jetzt alleine, ohne weitere Verwandte auf der Welt ist. Er stelle im anschließenden Interview die Frage, ob es sich für ihn noch lohne weiterzuleben. Viele der später interviewten Personen äußerten nach ihren Telefongesprächen aber auch eine gewisse Erleichterung, dass sie zu ihren Angehörigen sprechen konnten, dass sie nur auf ein einziges Wort als Antwort warten würden.

Als Zuschauer des Films schwankten wir zwischen Neugier und totaler Ablehnung die berührenden, traurigen und sehr intimen Gefühle dieser Menschen zu belauschen und sie hinterher noch zu interviewen.

Ein Junge von 15 Jahren fuhr einen weiten Weg von Hachinohe vier Stunden lang mit dem Bus um in der Telefonbox zu seinem Vater zu sprechen. Danach wurde er zu Hause im Kreise seiner Familie gezeigt. Mutter, ein jüngerer Bruder 8 Jahre alt, und seine etwas jüngere Schwester. Die Mutter berichtete wie der Vater noch aus seinem LKW am 11. März 2011 bei ihr angerufen hätte, dass er einen Einsatz für eine Fahrt nach Onagawa angenommen habe, dann aber nach dem Tsunami der Kontakt abgebrochen sei. Seitdem  haben sie von dem Vater nichts mehr gehört. Die Mutter hält als Versicherungsverkäuferin die Familie über Wasser. Die Schwester hatte sich seit dieser Zeit zurückgezogen, sie sprach über den Verlust des Vaters weder mit der Mutter noch mit den Brüdern. Der 15 jährige Bruder empfahl seiner Mutter und den Geschwistern doch über das Telefon mit den Vater in Kontakt zu treten. Begleitet vom TV Team fuhren alle zusammen daraufhin nach Otsuchi. Die Mutter sprach zuerst mit dem Vater, dann gingen der jüngere Bruder und die Schwester in die Box. Es dauert eine Weile bis sie überhaupt sprechen konnten. Ein tränenreiches Gespräch mit dem verlorenen Vater. Anschließend, auch unter Tränen  sprachen die Geschwister untereinander über ihren Versuch mit dem Vater zu telefonieren. Die Schwester, so hatten wir als Betrachter den Eindruck, war danach gelöster. Die Familie hatte sich verabschieden können, sie war jetzt noch enger zusammengewachsen. Der jetzt 15 jährige Sohn scheint dabei die Stelle des Vaters in der kleinen Familie eingenommen zu haben.

Ein versöhnender Abschluss des Films. Dennoch, der Trauer der Menschen so nah sein zu dürfen hat uns auch für eine Weile danach sprachlos gemacht.

Spontan beschlossen wir Herrn Sasaki und die „Kaze no Denwa Box“ in Otsuchi aufzusuchen. Wir wollten seine Bereitschaft diese Telefonzelle zur Verfügung zu stellen und seine damit verbundenen Gefühle direkt erleben.

Die Verabredung gestaltete sich zunächst schwierig. Erst über verschiedene Blogs konnten wir seine Email und Telefonnummer in Erfahrung bringen. In unserer Email mit der Bitte um ein Gespräch mit ihm in Otsuchi hatten wir ihm u.a. erklärt welche Aktivitäten wir nach dem 11. März 2011 sowohl in Deutschland als auch in Japan zur Linderung der ersten Nöte unternommen hatten. Schon zwei Tage später erhielten wir seine Zusage mit einem konkreten Besuchstermin Mitte April 2016 mit seinen Worten: „Menschen, die aufgrund eines TV Films extra aus Yokohama kommen möchten um mit mir zu sprechen, müssen wohl sehr gefühlvolle Menschen  sein“.

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AKW Fukushima Daiichi Teil 2

Denke das Undenkbare
24. April 2019 – Acht Jahre nach der Katastrophe
Inspektion im AKW Fukushima Daiichi (No.1)
Teil 2
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Yes, It’s possible!

Das unmögliche Motto eines japanischen
Mittelständlers in Fukushima

Im vergangenen November berichtete uns Prof. Yamane https://shoganai.com/varve-museum/ über eine Firma ABLE in Fukushima, die Roboter für den Abbruch des zerstörten Kernkraftwerks No.1 – mehr…

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