Timeslip in Fukui 4

450 Jahre Tiefschlaf – Der Hakusan-Heisenji

Berge wurden in Japan schon immer als heilig verehrt.
Der heilige Berg Hakusan, thront über den Präfekturen Ishikawa, Fukui und Gifu. Lebenswichtiges klares Wasser kommt seit Alters her aus diesen Bergen, daraus entwickelte sich der in Japan weit verbreitete Hakusan Glauben. Es gibt über 2.700 Hakusan-Jinja (Shrine) in Japan. Hier liegt der Ursprung des Hakusan Bergglaubens. Diejenigen, die auch heute noch den Hakusan besteigen, tun dies im festen Glauben, mit Hingabe und Dankbarkeit zugleich.

Im Jahr 717 n.Chr. entdeckte der Mönch Taicho bei seiner Besteigung des Hakusan Berges die Mitarashinoike Frischwasserquelle und nannte das Gelände Heisenji, das ‚sen‘ in Heisenji bedeutet: Frischwasser.

Heisenji Blütezeit

Das war der Startpunkt dieses heiligen Geländes mit 36 buddhistischen Tempeln und 48 Shinto Shrine zu seiner Blütezeit– (Synkretismus von Shintoismus und Buddhismus)  mit weiteren 6.000 Quartieren für 8.000 zur Verteidigung der Anlage bewaffneten Mönchen, dazu müssen weitere Familien Quartiere gerechnet werden, insgesamt wohl eine sehr lebendige Ansiedlung, die sich in Wäldern an den Hängen über 200 ha zum Hakusan Berg entlang zog.
In dieser sogenannten Sengoku Zeit (Ende 15. bis Ende 16. Jahrhundert) wurde der Ganze Berg zur Festung, mit einer ihn umgebenden Steinmauer, wie in Asakura ausgebaut.

Im Jahr 1574 war es auch hier mit der Heiligkeit vorbei.
In den letzten Jahren der Aufstände er Ikko-Ikki Bauern- und der buddhistischen Ikko-shu Schule wurde die gesamte Heisenji Anlage niedergebrannt. Heisenji erlitt das gleiche Schicksal wie Ichijodani ein Jahr zuvor.

In der für uns unbekannten, manchmal grausamen, immer aber wechselvollen Geschichte Japans wird dann 1870, im dritten Jahr der Meiji Zeit, ein neues Gesetz erlassen. Buddhistische Tempel und Shinto Shrine, die über Jahrhunderte nebeneinandergestanden und existiert haben, müssen getrennt voneinander betrieben werden. Der Startschuss traditionelle buddhistische Tempel Anlagen zu zerstören und in der Ansiedlung als Hakusan Jinja (Shinto Shrine) zu leben.

Wir haben in der Fukui Präfektur nach 450 Jahren das Tal des Ichijodani für uns zum Leben erweckt. Ob uns das mit dem Hakusan-Heisenji Shrine auch gelingen wird?

Dieser Baum hat die Geschichte von Heisenji gesehen

Wer im Informationscenter Mahoroba das Hakusan-Heisenji Gebiet auf Schautafeln sieht, kann es nicht glauben, dass so ein bergiges Waldgebiet einmal über 10.000 Menschen beherbergt hat, es vor 450 Jahren niedergebrannt wurde und heute etwa nur 1% der gesamten Fläche von 200 ha ausgegraben wurde.
Ein kleiner Einführungsvortrag macht neugierig und versetzt in eine andächtige Stimmung. Hier hat sich ereignisreiche japanische Geschichte abgespielt. Ein mehrere hundert Jahre alter Baum gegenüber dem Center, der den großen Brand vor 450 Jahren überdauert hat, könnte Geschichten darüber erzählen, die Japaner im Geschichtsunterricht lernen. Hier, an diesem Ort, hat sie sich abgespielt!

Eingangtür von Mahoroba

Heute gibt es auch hier, wie in vielen anderen waldreichen Gegenden Japans Bären, die sich nicht scheuen in bewohntes Gebiet einzubrechen. Die sich selbstöffnende Glastüre des Infocenters muss daher mit einer nur für Menschen drehbaren Vorrichtung geschlossen werden, um zu verhindern, dass sich hungrige Bären hierhin verirren. Noch nie vorher gesehen.

Ab dann geht’s ziemlich steil durch Wälder, über teilweise breite Stufen bergan zu den Überbleibseln der Heisenji Siedlungen.
Über diese Wege sind vor uns schon ungezählte Tausende von Gläubigen zu den historischen Stätten gepilgert.
Vorbei an wiederaufgebauten Schreinen, auf Steinwegen, die aus dem Flussbett des Kuzuryu Flusses hochgetragen wurden.
Im Heisenji soll die Technik für den Bau von Steinmauern entwickelt worden sein, Siedlungen zu schützten, wie auch in Ichijodani. Unser Weg führt uns durch ein Torii, immer begleitet von Zedernbäumen und moosbewachsenem Waldboden. Alles ist grün und weich, wie ein dicker Teppichboden. Eine mystische Stimmung umgibt uns und gibt dem Weg etwas Heiliges, etwas Andächtiges, Spirituelles.

Wenn wir nicht, eigentlich wie immer, so in Eile wären das nächste Ziel unserer Reise – das Dinosaurier Museum – zu erreichen, müssten wir uns in Ruhe an diesem Ort aufhalten. Wir müssten die Jahrhunderte vor uns erspüren, die den Anstieg zum Hakusan für die Menschen damals so heilig erscheinen ließen. Einen kleinen Moment hatten wir den Eindruck uns in diese Zeit hineinversetzen zu können.

Doch wir müssen auf unserer Time Slip Reise durch Fukui noch tiefer in die Vergangenheit eintauchen – mindestens 150 Millionen Jahre, da kommen uns die 450 Jahre am Heisenji und in Ichijodani so vor, als seien sie gerade gestern gewesen.

 

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Timeslip in Fukui 3

Teil 3
400 Jahre unentdeckt – Asakura Ichijodani – Das Pompeij Japans

Über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren bauten fünf Generationen der Fürsten Asakura in der heutigen Präfektur Fukui (damals Echizen Provinz) eine friedlich blühende Heimat für 10.000 Menschen im Tal des Ichijo Flusses auf. Der bildete ein fruchtbares Tal, das sich bis in die teilweise schneebedeckten Berge hinzieht und mündet hier im Dorf Ichijodani in den größeren Asuwa Fluss. Das kleine Städtchen profitierte vor 500 Jahren von seiner idealen Lage nahe zu den Häfen am japanischen Meer und dem Transportweg der Schiffsladungen aus dem Norden Japans nach Kyoto. Der Handel blühte und zog Kaufleute und Handwerker an. Der Asakura-Klan beschützte die Bewohner mit ihren Samurai Kriegern, sodass sich in dieser friedlichen Umwelt eine einmalige Kultur entwickeln konnte und Ichijodani zum glamourösen, kleinen Kyoto aufblühte.

Im Jahr 1573 war es mit dem Frieden vorbei. Drei Tage und drei Nächte wüteten und brandschatzten die Truppen von Oda Nobunaga, die Ichijodani Siedlung, um sie verkohlt zurückzulassen. Nobunaga war einer der mächtigsten Feldherren seiner Zeit, der Japan unter dem Motto: ‚Beherrsche das Reich durch Gewalt‘, einigen wollte. Wer sich widersetzte oder sich ihm nicht anschloss wurde vernichtet. Die Asakura Familie gehörte dazu, sie verlor die Schlacht, wurde aufgerieben und mit ihr die Soldaten und Bewohner dieser blühenden Gemeinschaft. Der Nachfolger der Asakura Fürsten gründete in einer anderen Gegend seinenneuen Sitz. Über den verkohlten Resten des Schlosses, den Holzbauten der Asakura Residenz und den Häusern der Bewohner, Handwerker und Samurai Soldaten breitete sich über 450 Jahre ein Tuch der Vergessenheit aus. Ichijodani fiel in unberührten Tiefschlaf – unter Wiesen und später unter landwirtschaftlichen Nutzflächen. Zedernwälder an steilen Berghängen bedeckten das Elend.

Und dann gab es einen glücklichen Zufall:

Reis ist Japans Grundnahrungsmittel und bedarf daher besonderer Pflege und ständiger Weiterentwicklung. Als in Japan die Preise für Reis jährlich anstiegen, wurde im Jahr 1966 in einem landesweiten Aufruf zur Bodenverbesserung der landwirtschaftlichen Flächen aufgerufen. Auch im Ichijo-Gebiet, wo in der Zwischenzeit die Landwirtschaft zur Grundlage des Lebens wurde, begannen großangelegte Bauarbeiten mit schwerem Gerät. Durch die Arbeiten kamen immer mehr Ausgrabungsgegenstände und Überreste der alten Stadt zu Vorschein, das Tuch der Vergessenheit über Ichijodani wurde damit weggezogen. Ab 1967 beschloss der Kulturausschuss in den nächsten 120 Jahren Ausgrabungen an der Stätte des Asakura-Clans durchzuführen. Allen Ortsansässigen, ob jung oder alt, männlich oder weiblich, wurde ein Angebot zum Mitmachen unterbreitet. Die Landwirte sollten ein Gehalt beziehen, das über dem Gegenwert der Menge an Reis lag, die sie in einem Jahr verdienen können. Der Beginn der spannendsten Ausgrabungen in Japan.

Vor einigen Jahren waren wir schon einmal hier. Damals konnten wir Ausgrabungsarbeiten sehen, ein für uns noch unübersichtliches Gelände von riesigem Ausmaß, das sich in Nord-Süd-Richtung über 1,7 km erstreckt und eine Fläche von 278 ha bedeckt.

Im November 2023 haben wir Ichijodani wieder besucht, um die Fortschritte der Ausgrabungen und das erst im vergangenen Jahr eröffnete Asakura Family Site Museum zu besichtigen. Es war kalt, dazu wehte ein stürmischer Wind und Regen peitschte in Böen über die Ausgrabungsstätten. Eigentlich keine guten Bedingungen für den Besuch dieser weitläufigen Ausgrabungsstätte.

Doch, wir sind erstaunt und begeistert zugleich, was mit der Aufarbeitung von 450 Jahren in diesem Tal in der Zwischenzeit geschehen ist: Auf den originalen Orten und unter Verwendung alter Steine und Baumaterialien wurde unter anderem eine verwinkelte 200 meterlange Dorfstraße der früheren Asakura-Samurai, Handwerker, Händler und Dorfleute nachgebildet, über die wir in die alten Häuser der Bewohner eintreten können. Jenseits des Asuwa Flusses wurden Steingärten, zur damaligen Zeit eigentlich nur in Kyoto zu bewundern, ausgegraben, die uns einen Einblick in die hohe Kultur in der Asakura Zeit geben. Die Ausmaße der Residenz der Asakura Fürsten geben uns einen Überblick, wie die Menschen dort in der Nähe ihrer Obrigkeit gelebt haben.

1971 wurden dann endlich Teile der Anlage zum ‚Spezial Historischen Ort‘ erklärt. Zwanzig Jahre später vier ausgegrabene Gartenanlagen als ‚Landschaftlich Reizvoll‘ bezeichnet und erst im Jahr 2007 wurde das gesamte Ichijodani Tal mit seinen Ausgrabungen zum ‚japanischen Kulturgut‘ erklärt. Es steht damit auf der gleichen Stufe wie der Goldene und Silberne Pavillon in Kyoto sowie der Itsukushima Shrine in Hiroshima. Eine besondere Auszeichnung, die den Stellenwert für die japanische Kultur herausstellt. Bei der Begehung der Ausgrabungen hatten wir das Gefühl das japanische Pompeij zu betreten: Zerstört, vergessen, wieder ausgegraben und zum Anziehungspunkt geworden.

All dies vorausgeschickt, waren wir gespannt, was uns nach so vielen Jahren noch erwartete.

Das Museum 

Was wir in Japan immer wieder bewundern, sind die Museen. Hier wird an nichts gespart, es sind keine reinen Ausstellungen, sondern Werkstätten zugleich. Das trifft auch auf das Asakura Family Site Museum zu, gerade vor einem Jahr eröffnet. Von außen schon können wir sehen, ein bedeutender Architekt hat diese Bauten entworfen. Dunkelgraue, schnörkellose Fassaden und Dächer, viel Glas – dieses Gebäude hebt sich von der umgebenden Landschaft ab. Im Inneren wird es umwerfend. Dieses Museum wurden über dem ausgetrockneten Flussbett errichtet, über das bis vor 450 Jahren noch Güter transportiert wurden. Eine einmalige Darstellung, vergleichbar mit dem Dionysos Mosaik im Römisch Germanischen Museum in Köln. In typisch japanischem, hellem Zedernholz ist die Residenz des Fürsten Asakura im Gebäude in Originalgröße nachgebildet. Sie gibt uns einen Eindruck von der Schlichtheit, aber auch der hohen Gabe Kunst und Gartenbau schon vor so vielen Jahrhunderten zusammenzubringen. Ein Gartenbeet trennte das Volk und den Fürsten. Auf der einen Seite das Volk, jenseits des Gartenbeets der Fürst. Wir können uns genau vorstellen, wie solche Zusammenkünfte verlaufen sind.

©Kazuma Yamane

Die 1,7 Millionen ausgegrabenen, gut erhaltenen Gerätschaften, Werkzeuge, Waffen, Gebrauchsgegenstände, Rüstungen, alten Dokumente, Münzen und Kunstgegenstände sowie der Miniaturnachbau der Ortschaft geben uns einen Einblick in den reichen Alltag, auch des kulturellen Lebens der Bewohner von Ichijodani. Wir sind begeistert.

Wohnbezirk der Samurai

©Kazuma Yamane

Nicht weit entfernt vom Museum, nach Passage der früheren Eingangsmauern von Ichijodani, wurde eine Dorfstraße im Original nachgebaut. Die Oberklasse der Samurai Krieger lebte rechts der Straße, sie bewohnten größere Grundstücke, die Mittelklasse Samurais, die Händler, Handwerker und normale Bewohner lebten auf entsprechend kleinen Grundstücken und Häusern links der Dorfstraße. Jedes Haus verfügte über einen Brunnen und eine Toilette. Eine zweimeterfünfzig hohe Mauer aus ockerfarbenem Lehm umgibt die Grundstücke zur Straße. Das Fundament besteht aus den Originalsteinen, die hier an Ort und Stelle ausgegraben wurden. Die gepflasterte Dorfstraße verläuft im Zick Zack, um möglichen Feinden den Einblick um die nächste Ecke zu verwehren. Es hat, wie wir heute wissen nichts genutzt, Oda Nobunaga hat trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen alles niederbrennen lassen.

©Kazuma Yamane

Das gesamte Ichijodani Gelände ist weitläufig, noch ist der Großteil nicht ausgegraben, unter Erde, Wiesen und Wäldern warten weitere unberührte Überraschungen auf den Besucher und es verbirgt sich bestimmt noch manches Geheimnis: Dieser Ort ist zum Anziehungspunkt in Japan geworden, wie Pompeij in Italien. Eventuell wird Ichijodani sogar in die Liste der japanischen Weltkulturerben aufgenommen, denn hier geht es nicht nur um ein einzelnes Bauwerk, wie ein Schloss oder einen Tempel, in Ichijodani geht es um das Gesamtbild des mittelalterlichen Lebens in Japan, das hier 450 Jahre lang unberührt für die Nachwelt erhalten blieb.

Wir werden wiederkommen und uns von den weiteren Fortschritten überraschen lassen und danach berichten.

 

 

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Time Slip in Fukui 2

Teil 2 – Der Papierlampion Macher in Mikuni
und die Wiederbelebung der 10.000 Jahre alten japanischen Lackkunst bei Famile Hatakenaka

Zurück in der Gegenwart des Ortes kommen wir am Geschäft und Werkstatt des Lampion Machers vorbei. Der Meister ist hocherfreut, dass wir uns für seine Arbeit interessieren, das öffnet bei ihm sämtliche Schleusen der Mitteilsamkeit. Wir müssten nach seinem Anschauungsunterricht in der Lage sein selbst Lampions herstellen zu können, aber dazu fehlen uns die bestimmt hundert Jahre alten Formen, die er schon von seinen Vorfahren geerbt hat und die unerlässlich sind für die Herstellung seiner traditionellen Lampions.
Seine Tochter möchte, gegen seinen Rat, das alte Handwerk mit dem Laden von ihm übernehmen und weiterführen. Sie hat bestimmte Vorstellungen, wie sie mit neuen Lampions und Marketing Ideen die Tradition von Mikuni aufrecht halten kann. Das macht den Vater auf der einen Seite stolz auf seine Tochter, allerdings sieht er bei der nachlassenden Nachfrage nach solchem Traditionshandwerk auch die Gefahr, dass es keine Überlebenschancen geben könnte.

Jetzt zu unserer Übernachtung in Mikuni. Auf der Hauptstraße lassen wir uns in einem der alten Geschäftshäuser, heute ein dunkler Laden für Bonsaibäumchen, vom Vermieter die Schlüssel und den Code zur Öffnung der Haustür unseres Nachtquartiers geben.

Von außen hundertjährig, innen ein modern restauriertes Vorder- und durch einen Garten getrennt, ein Hinterhaus. Früher die Apotheke des Ortes. Eine Hälfte des Hinterhauses ist bis in die Dachkonstruktion offen, dies war vor 100 Jahren bestimmt das Lager oder die Wohnung des Apothekers.

Auf der ersten Etage, durch eine steile Treppe zu erreichen, das Schlafzimmer mit superguten Betten. Unten, das Bad mit einer wunderbaren Badezimmereinrichtung, eine kleine Sitzgruppe vor der Küchenzeile, es fehlt an nichts. Nachts ist bis auf den Sturm, der ums Holzhaus tost und ungewohnte Klappergeräusche entwickelt, absolute Ruhe.

Das japanische Frühstück wird im Vorderhaus angeliefert, in dem eine Freundin von uns übernachtet hat, wir müssen uns nur noch den Kaffee dazu aufgießen.

Alles weitere ist da. So gestärkt können wir den Tag beginnen und uns von der Familie Hatakenaka und Studentinnen einer Universität in Kyoto in die 10.000 Jahre alte Kunst der Lackgewinnung, – Zubereitung und der traditionellen Lackmalerei aus der Jomon Zeit 10.000 Jahre zurück einweisen lassen.

©Kazuma Yamane

Was wir nicht wussten, der Grundstoff für den japanischen Lack wird von Bäumen geerntet. Und zwar in der gleichen Weise, wie Gummi – durch spiralförmiges Anritzen der Rinde von bestimmten Baumarten und Sammeln des Harzes. Die Werkzeuge dafür sehen sehr archaisch aus, so ist auch die Erntearbeit, die von den Studentinnen miterledigt wird. Danach werden Zusätze in weiten Holzschalen beigemischt, um eine geschmeidige Lackmasse zu erhalten. Hatakenaka jun. führt uns diese Arbeitsschritte im familieneigenen Arbeits- und Wohnhaus vor. Wir lernen, japanische Lackkunst ist Familientradition und wird vom Großvater auf den Sohn und von dem wiederum auf den Enkel übertragen. Die Mutter von Hatakenaka jun. arbeitet natürlich auch mit im Betreib und macht Vorbereitungen für die spätere Lackierung an den Unterseiten von Suppenschalen. Ihr Alter ist schwer zu schätzen, doch bestimmt ist sie weit über das Rentenalter hinaus.

Die Familie versucht in der Zusammenarbeit mit den Studentinnen die alten Lacke wieder herzustellen. Die  heute in Japan verwendeten Lacke sind in ihrem Rot viel heller. So müssen sie versuchen die Arbeitsschritte der Vor-Vorfahren nachzuvollziehen, um die alten, dunkleren Lackfarben zu erhalten. Ein langwieriges Geschäft.

Was wir auch nicht wussten: in die rohen Holz-Suppenschalen wird zunächst ein Stoff auf den Boden eingelegt, um später den Abrieb des Lacks durch Überhitzung sowie durch den Einsatz der Essstäbchen zu verhindern.

Das gleichmäßige Auftragen und anschließende Trocknen des Lacks wird von Hatakenaka jun. gemacht. Dazu hat die Familie hölzerne Trockenschränke entwickelt, in denen die fertig lackierten Teile eine ganz bestimmte Zeit staubfrei rotieren müssen.

Familie Hatakenaka und die Studentinnen lassen uns daran teilhaben, wie sie die Lackherstellung von vor mehr als 10.000 Jahren wiederbeleben. Vom Sammeln der Grundstoffe von Bäumen, dem Anrühren des Lacks und der anschließenden kunstvollen schwarz und roten Lackierung von Holzgefäßen.

Wir haben diese Arbeiten erstmalig gesehen und wissen jetzt, warum Lackgefäße so teuer sind. Auch hier erkennen wir wieder einmal, dass das traditionelle japanische Handwerk von der Ernte des Grundstoffs bis zur fertigen Suppenschale etwas Heiliges ist.

 

 

 

 

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Time Slip in Fukui 1

Teil 1 – Die Insel Oshima in Mikuni
und das Brilliant Heart Museum

Was uns bei der Einfahrt in das Dorf Mikuni, ein Stadtteil der Hafenstadt Sakai, als erstes auffällt, sind die vielen Fischerboote, die entlang des Kuzuryu Flusses am Kai festgemacht haben. Das Dorf liegt ideal an diesem Fluss und an der Sea of Japan.

Der holländische Ingenieur und Vater des berühmten Illusionskünstlers M.C. Escher, Georg Arnold Escher, hat Sakai 1870 zum Seehafen ausgebaut. Auch hier in der Präfektur Fukui, wie in Toyama gleich nebenan, wollte man am Boom der Kitamaebune (Handelsschiffe) teilhaben.
Die malerischen, alten Holzhäuser auf der Hauptstraße des Ortes, versetzen uns in die Zeiten von vor über 100 Jahren. Dazu trägt auch eine Werkstatt für Papierlampions bei, bestimmt auch so alt, wie die umliegenden Häuser. In einem davon wollen wir heute übernachten.

Es weht ein heftiger Wind und peitscht die Wellenkronen zu Windfahnen hoch, wenn sie auf die langgestreckte, vorgelagerte Insel Oshima treffen. Eine typisch japanische Brücke mit dicken, rot lackierten Geländern führt zu einem Shinto Torii auf die Insel. Die wenigen Menschen, die hinüber gehen, haben ihre Jacken fest an ihre Körper gepresst, es ist heute tatsächlich unwirtlich. Auch wir kämpfen gegen den Sturm an, kehren aber bereits nach der Hälfte ordentlich durchgeblasen um. Hinter dem Torii soll, für uns jetzt unerreichbar, ein Weg über die Insel führen, wobei die Wälder und Sträucher auf Oshima seit mehr 1.000 Jahren nicht verändert worden sind. Wir hören von Einheimischen, dass die Insel ein Energie Spot ist. Allein durch das Wissen um diesen magischen Punkt wirkt Oshima anziehend auf uns. Da das Betreten bei den stürmischen Bedingungen heute nicht möglich ist, gibt es noch einen weiteren Anziehungspunkt in Mikuni mit der Möglichkeit Oshima näher zu betrachten.

Es ist das Brilliant Heart Museum, etwa 20 Meter oberhalb der Häuser des Dorfes. Das wollen wir uns näher ansehen und steigen zwischen gepflegten Holzhäusern der Fischer über windschützende, verwinkelte Treppenstufen hinauf zum Museum.

Wir stehen vor einem modernen, über die Jahre grau gewordenen  Holzbau, mit einem Schrägdach, das sich zum Meer und zur Insel Oshima neigt. Ungewöhnlich, es passt im Stil nicht zu den Fischerhäusern unter uns, wir fragen uns: Das soll ein Museum sein? Schon öffnet sich die Türe und eine in schwarz gekleidete Dame lässt uns ein. Unser Besuch ist lange vorab angemeldet worden, denn der Einlass ist nur auf langfristige Voranmeldung und dann auch nur für maximal 8 Personen möglich.

Wir werden in einen kahlen, hohen, blassgrün gestrichenen Raum in den Abmessungen von 10 x 8 Metern geführt. Zwei weiße Tische mit jeweils 3 Stühlen stehen im rechten Winkel zueinander, an der linken Seite zwei Stühle, auch in weiß. Ein großes Fenster ausgerichtet auf die Insel Oshima in den Abmessungen 4 x 1,5 Meter, lenkt allein wegen der Größe unsere volle Aufmerksamkeit darauf. In die Seitenwand und ins Dach sind Fenster mit speziell geschliffenen Glasprismen eingefügt, die Regenbogenfarbige Streifen an die Decke zeichnen. An der rechten Wand fällt ein deckenhohes Gebilde auf, von zusammengesetzten, braunen Steinen in Form einer riesigen, an der Wand klebenden Schildkröte.

Das ist also das Brilliant Heart Museum!

Wir sitzen da und schauen durch das große Fenster auf Oshima, die sich beim Wechsel von Sonne und Wolken in immer anderen Schattierungen zeigt. Leise, meditative Musik im Hintergrund trägt zu einer durchaus andächtigen Stimmung bei. Wir sind eins mit uns und der Natur, bis ein eleganter Herr, erscheint, der uns erklärt, was es mit den Prismen in den Fenstern an der linken Seite und in der Decke auf sich hat. Er ist der bekannte japanische Art Direktor Seiju Toda, der dieses Museum, einmalig auf der Welt, geschaffen hat. Das Haus, der Raum mit dem Fenster mit dem Blick aus verschiedenen Winkeln auf diese Insel wirkt auf uns so ungewöhnlich, wie Seiji Toda auch die japanische Werbung in der vergangenen Epoche auf den Kopf gestellt und beeinflusst hat. Er erzählt uns, dass er für die bekanntesten japanischen Firmen gearbeitet und unter anderem auch die Fotoausstellung von Wim Wenders gestaltet hat. Ein außergewöhnlicher Mann und sein Werk.

Die unterschiedlichen Prismen in den Fenstern, ‚Seiju Cut‘ genannt, hat er geschaffen, um die  wandernde Sonne in immer neuen Regenbogenfarben an der Decke und den Wänden erscheinen zu lassen. Das Zusammenspiel der Inselschattierungen und den wandernden Regenbogenspiegelungen zeigt die Transformation der Zeit, in der wir in diesem Haus sein dürfen. Etwas Heiliges.

Das zunächst von uns als braune Steine, zusammengesetzt zu einer Riesenschildkröte, bezeichnete Gebilde an der rechten Wand, entpuppt sich bei näherer Betrachtung zu einer Sammlung von 400 Scherben. Sie sind aus der japanischen Jomon Zeit, etwa 5.000 Jahre alt, jetzt Seiju Todas Kunstwerk: ‚Face of the 5000 Years‘. Andächtig stehen wir davor und erkennen, wie sich zwischen einzelnen Scherben die Natur in Form kleiner Blättchen neues Leben erobert.

In diesem Haus kommt uns die Reaktion eines buddhistischen Gastgebers in den Sinn, der einen Besucher zu seiner Bildergalerie führte, die dieser bewundern wollte und dann von einem Bild zum anderen wanderte:
Aha, ich sehe, der Herr kann an einem Tag mehr als ein Bild betrachten…. Das kann im Brilliant Heart Museum nicht passieren. Es gibt nur die eine Insel Oshima – in immer anderen Schattierungen, wie das Leben selbst.

Zur Atmosphäre in diesem Raum mit Seiju Toda passt es, dass uns Macha Tee in großen handgemachten Schalen mit einer kleinen Süßigkeit serviert wird. Wir lassen schweigend den Blick auf Oshima, mit der Macha Teeschale in beiden Händen, auf uns wirken. Dabei verstehen wir vielleicht ein wenig mehr, was uns Seiju Toda mit seinem Briliant Heart Museum sagen möchte. Auf jeden Fall Eins: Die Welt ist voller Wunder, Veränderung, Vergänglichkeit und neuem Leben. Wir müssen nur Ruhe bewahren und uns den Wundern öffnen.

 

 

 

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Reise in die Toyama Präfektur Teil2

Teil 2 – Takaoka Kanayamachi Distrikt

Unser Vermieter, Yotsugawa-san, gibt uns einen Einblick in sein außergewöhnliches Vermietungsmodell. Beide etwa 100 Jahre alten sogenannten Lattice-Häuser (mit senkrechten Gitterstäben verkleidete Fassaden) hat er von seinem direkten Nachbarn gepachtet und darf sie nach seinem Geschmack umbauen und an Gäste vermieten.

Das hört sich erst mal nach einem abgewandelten Airbnb-Modell an, doch es ist weitaus mehr. Es ist Teil eines Revitalisierungsprogramms von Unternehmern des Kanayamachi Distrikts von Takaoka. Dem Viertel, in dem bereits vor 400 Jahren, in weiser Voraussicht, sieben Handwerker für Bronze Erzeugnisse angesiedelt wurden und zur Keimzelle der Industrie in Takaoka wurden. Bis heute werden künstlerisch, wunderschön gestaltete Wasserkessel, Vasen, Windspiele und buddhistische Gefäße aus Bronze hergestellt, allerdings stoßen sie heute auf sinkende Nachfrage. Die Wertschätzung hat sich verändert. Leider, denn die feine, künstlerische Gestaltung dürfte einmalig auf der Welt sein. Keine Massenware.

Die Unternehmer dieses Distrikts haben sich zur Aufgabe gemacht die 400-jährige Kulturgeschichte ihres Kanayamachi in die Zukunft zu retten. Einer davon ist unser energischer Yotsugawa-san. Sein Bemühen ähnelt dem in Iwase, wo die bekannte Sake Brauerei den Gang von der Tradition in die Zukunft unterstützt. In Takaoka wartet niemand auf die Präfektur oder den Staat, hier hilft man sich selbst, indem sich die Firmen zu Netzwerken zusammenschließen. Der eine produziert, die anderen handeln und verkaufen. So ein wenig, wie in Taiwan, wo wir auch nie genau wussten, wer macht eigentlich was.

Yotsugawa-san: „Ich verdiene mit diesen Häusern nicht mein Gehalt, doch mit meinem Vermietungsprojekt kann ich dazu beitragen, die außergewöhnliche Tradition und die handwerklichen Techniken des alten Kanayamachi Viertels den Menschen der heutigen Zeit wieder näher zu bringen. Wer hier einmal wohnt, lernt das Viertel kennen und wird die Geschichte der langen Kunstepoche in sich aufnehmen. Die wunderbaren, alten Häuser dieser Straße können vor dem Verfall gerettet werden. Wir haben in diese Straße investiert, Bronzefiguren vor einigen Häusern aufgestellt und den Straßenbelag aus Bruchsteinen geschaffen, zwischen die wir einzelne Bronzeteile, wie zum Beispiel kleine Herzchen oder Hasen eingelegt haben. Wenn Sie morgen diese Hauptstraße entlang gehen, werden Sie die Schönheit der alten Häuser erkennen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Besitzer ihre Geschäfte und ihre Wohnungen aufgeben, wegziehen, die Shutter herunterlassen, und damit das Leben unseres Viertels erlischt und Kanayamachi zur Shutterstraße verkommt. Wir revitalisieren unser Viertel, unsere Straße, indem wir Leben ins Viertel bringen. Aus diesem Grund habe ich dieses Projekt mit den beiden Häusern übernommen. Morgen, bei Helligkeit sehen Sie wovon ich spreche“.

Er ist kaum zu bremsen und antwortet ausführlich auf unsere vielen neugierigen Fragen. Dieser Mann hat uns mit seiner Lebendigkeit angesprungen. Wir mögen engagierte Menschen und lassen uns gerne mitreißen.

Das linke Haus ist etwas größer als das, in welches wir einziehen werden. Links können Familien mit mehreren Kindern wohnen, hier kann am Bartresen gefeiert werden.

„Am großen Tisch im Hinterzimmer wird morgen das japanische Frühstück serviert, um alles andere müssen Sie sich selbst kümmern“, sagt er und folgt unseren Blicken auf die Kunstwerke, die an den Wänden ausgestellt wurden. Dazu moderne Gebrauchsgegenstände, die raffiniert beleuchtet werden. „Das sind Gegenstände, die in Takaoka mit den alten Techniken in modernem Design hergestellt werden“, klärt uns Yotsugawa-san auf.
Bronzevasen, Sake Becher aus Holz mit Metallfüßen, geschliffene und gefärbte Weingläser, noch nie vorher gesehene Rotweinschwenker, die über einem Metallfuß gedreht werden. Fast museal finden wir und sind überwältigt von seinen Informationen. Doch jetzt wollen wir endlich ‚unser Haus‘ beziehen.

Bevor er uns das Innere des Hauses erklärt, stellen wir ihm die Frage, die uns schon den ganzen Tag umtreibt: „Woher kommen die rostbraunen Fahnen auf den Straßen und was hat es mit den Sprühköpfen in der Straßenmitte zu tun?“
Als ob er auf unsere Frage gewartet hätte, schiebt er die Eingangstüre zur Seite und zeigt auf das Straßenpflaster, das wir bis jetzt nicht beachtet haben und das aussieht, als ob unregelmäßige Bruchsteine verlegt worden wären.
„In der Mitte sind, wie überall in Takaoka, Sprühköpfe verlegt. Unsere Winter können sehr viel Schnee bringen, dann sprühen wir Wasser auf die Straßen und schmelzen damit den Schnee weg. Unser Wasser ist von Natur aus wärmer und sehr eisenhaltig, daher kommen die rostfarbenen Verfärbungen.“
Aha, in Yokohama kennen wir das Problem nicht. An der japanischen Meerseite fallen aber schon mal einige Meter Schnee im Winter. Die berühmte Tateyama – Kurobe – Alpenstraße mit seitlichen, bis zu zwanzig Metern hohen Schneewänden, führt von Toyama in und über die japanischen Alpen bis nach Nagano.

„Wann wollen Sie morgen frühstücken“, fragt Yotsugawa-san und schiebt die Türe zum Eingang ‚unseres Hauses‘ zur Seite. Wir einigen uns auf 8:30 Uhr und beginnen das Haus, das uns mehrfach ein „WOW“ entlockt, zu erkunden.

Im Vorraum steht eine alte, eiserne Anrichte, ein Holzblock mit darüber liegender Glasscheibe, lässt einen Eingang zu einem Kellerraum erahnen. „Das war früher der Eingang zu einem Fluchtraum, wird heute nicht mehr genutzt. Ab hier, bitte die Schuhe ausziehen“, klärt uns unser Vermieter auf und schiebt die nächste Türe zur Seite.

In der ersten Etage laden zwei ein Meter zwanzig breite Betten ein, zur Vorderseite des Hauses ein kleineres Tatamizimmer, für Kinder oder Gäste – Futons sind in einem extratiefen Schrank untergebracht. Hinter dem Bettenzimmer ein kleiner Raum mit Sessel und Einbauschränken. Platz ist genug da. Wir haben bisher nicht in solchen Häusern übernachtet, sind aber vom ersten Moment an begeistert. Auch von der individuellen Beleuchtung, hergestellt aus pre-used Messingmaterialen von Künstlern aus Takaoka. Dass die Küche voll eingerichtet ist und wir die kunstvollen Gebrauchsgegenstände, die wir vorab schon bei Yotsugawa-san gesehen haben, gebrauchen dürfen, müssen wir nicht weiter erwähnen. Es sind also keine Dinge zum Anschauen, sondern zum Gebrauch, und sich idealerweise daran zu gewöhnen. Ein Paradies für Re:Living Freunde. Übrigens: das Haus lässt sich bei absoluter Ruhe ohne Eingewöhnungszeit wunderbar bewohnen.

 

 

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Eine Reise in die Präfektur Toyama

Teil 1 – Iwase City

Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Wir sind nicht in Tiefschlaf verfallen, auch wollen wir unsere Reisen in Japan nicht alleine genießen. mehr…

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Taiwan – jung, stylisch und anspruchsvoll

Seit mehr als vierzig Jahren bereisen wir Taiwan in schöner Regelmäßigkeit. Immer wieder sind wir begeistert von neuen Entdeckungen: von der grünen Landschaft mit ihren wild zerklüfteten Gebirgen mit Passstraßen in mehr als dreitausend Metern Höhe. Von Hotels, die vom Service und ihrer Architektur als Modell für die Welt dienen können. Von den flexiblen Menschen, die in Nichts ein Problem erkennen, auch von ihren neuesten technologischen Entwicklungen, die uns lange Jahre als Innovations- und als Produktionsstandort gedient haben, und natürlich von der Vielfalt des traditionellen taiwanesischen Essens mit dem hervorragenden Taiwan Beer.

Uralter Zypressenbaum

Das Land mit seinen 23,5 Millionen Einwohnern hat sich über die Jahre stark weiterentwickelt, unter anderem auch durch den THSR Taiwan High Speed Rail, der den Norden (Taipei) mit dem Süden (Kaohsiung) in zwei Stunden Fahrzeit verbindet. Das pro Kopf Einkommen der Taiwanesen lag im Jahr 2021 bei US$ 33.100. Im Vergleich dazu das BIP von Japan: US$ 39.300, (Süd)Korea: US$ 34.900, China: US$ 21.500 und das BIP Deutschlands: US$ 51.200. Die Größe der Insel ist in ihrer Länge von 394 km und in der Breite 144 km etwa so groß wie Baden-Württemberg.

Unsere diesjährige Reise von Kaohsiung im Süden nach Taipei im Norden

Schennong Street in Tainan

Taiwans hat uns gezeigt: Taiwan belegt nicht nur technologische Spitzenplätze in der Welt (TSMC Taiwan Semiconductor Manufacturing Company). Auch das Leben verändert sich in einer Mischung aus Tradition und Moderne. Das ist u.a. zu sehen in der Shennong Street in Tainan, wo in die alten Häuser aus der japanischen Besatzungszeit stylische Läden eingezogen sind, die Touristen und junge Käufer anziehen. Auch zu erfahren in einem Vorort von Tainan, wo sich in dem mehr als hundert Jahre alten Rathaus ein Restaurant der Spitzenklasse etabliert hat, das ständig zur Mittags- und Abendzeit ausgebucht ist.

Das Hotel ‚The Lalu‘ in Yuchi am Sonne Mond See in der Mitte Taiwans, kann es mit seiner zeitlosen Architektur mit jedem Spitzenhotel der Welt aufnehmen. Die viel befahrene Pass Straße von Ost nach West in den Taroko Nationalpark führt zum Silks Place Hotel, in dem ein Küchenchef Kreationen zaubert, die wir bisher nur aus Japan kannten. Überhaupt, die Taiwanesische Küche und Lebensart verändern sich mit dem steigenden BIP auch in der Hauptstadt Taipei. In einem hippen Stadtteil nahe des Songchan Airports bietet das Fujin Tree eine traditionelle Familienküche an, verfeinert und auf internationalen Anspruch angepasst, häufig mit modernem japanischem Touch. Eine Mischung aus lässiger Kneipe und elegantem Lokal mit einfachen Holztischen.

 

Ein weiteres Beispiel ist das Shi Yang Restaurant in New Taipei City, etwa eine Stunde außerhalb der Stadtmitte Taipeis. Das gesamte Ambiente, wie Architektur, Garten, Einrichtung sowie die Teezeremonie und das Essen wird stark von der japanischen Zen Kultur beeinflusst, allerdings mit traditionellem taiwanesischem Touch.

In Kaohsiung wurden wir in der Formosa Boulevard U-Bahn-Station von einer Lichtshow überrascht. In einem unterirdischen Licht Dom, zusammengesetzt aus 4.500 farbigen Glasstücken, wird auf einer Fläche von 2.180 m2 ein Projektmapping mit dem Thema Wasser, Erde, Feuer und Licht in buntesten Farben gezeigt. Die Glassteine kommen aus Deutschland, die Idee und die mutige Durchführung aus Kaohsiung.

Taiwan ist einerseits immer noch liebenswert traditionell, laut mit lebendigem Straßen Leben, mit bunten Tempeln und Götterfiguren. Andererseits überrascht es mit modernen, stylischen und raffinierten Boutiquen, Teeläden, Restaurants und Souvenirshops, die die Vergangenheit und das Heute verbinden.

Taiwan ist eine Reise wert….

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Schon einmal, etwas von Awaji-Beef gehört?

Um es vorwegzunehmen, wir auch nicht.
Das werden wir auf unserer Reise nach Awaji-shima aufklären. mehr…

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Das Zen-Wellness-Zentrum „Zeinbo Seinei“

Vielleicht ist es auch eine Art von Gigantismus, aber das „Zeinbo Seinei“ Zentrum, nur etwa 20 Minuten Fahrzeit entfernt vom Grand Nikko Awaji Hotel, umschmeichelt auf den ersten Blick unsere Augen. Es verführt alleine durch seine Holzkonstruktion zur Annahme und verstärkt unsere Neugier. mehr…

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Das Hotel Oriental – Ursprung des Kobe-Beefs

Awaji-shima ist eine kleine Insel von nur fünfhundertdreiundneunzig Quadratkilometern.
Sie liegt in der Bucht von Osaka, in der Seto-Inlands-See, direkt vor Kobe. mehr…

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